In den sechs Wochen vor der Bundestagswahl am 27. September 2009 haben hier sechs über ein Casting ermittelte Bewohner den Wahlkampf in der Wechselwähler-WG aktiv begleitet, mit Politikern diskutiert und den Weg zu ihrer Wahlentscheidung dokumentiert.
6 Bewohner. 6 Wochen. 6 Wahlentscheidungen und jede Woche ein Politiker zu Gast in der Wechselwähler-WG. Wir haben die Highlights in einem Video zusammengefasst und möchten uns hiermit bei allen Mitwirkenden, Unterstützern und Sponsoren bedanken.
Sechs spannende Wochen des Wechselwähler-WG-Lebens liegen hinter uns. Gemeinsam mit den Bewohnern Anselme, Christine, Eberhard, Ewa, Paul und Tobias blicken wir auf eine intensive Zeit zurück.
Offen, kritisch und ehrlich ließen die sechs WG-Bewohner Tausende von interessierten Nutzern an ihrem Entscheidungsprozess vor der Bundestagswahl teilhaben. Mit ihren spannenden Beiträgen, witzigen Aktionen und den allwöchentlichen Sonntagsrunden mit Politikern in Berlin haben sie die WG erfolgreich mit Leben erfüllt – und so auch das Interesse der unterschiedlichsten Medien auf sich gelenkt.
Unser Ziel war es, jungen Wählern ein Format zu bieten, mit dem sie einen persönlichen, spannenden und lockeren Zugang zum Wahlkampf bekommen.
Wir bedanken uns bei allen Besuchern der Website, den fleißigen Kommentatoren, den sechs Bewohnern und unseren Unterstützern, die das Projekt überhaupt erst möglich gemacht haben.
Mit dieser Haltung und Botschaft habe ich mich im Juli um einen Platz in der Wechselwähler-WG beworben.
Aber was ist nun aus diesem Kontaktgesuch geworden? Um es vorweg zu nehmen: die Partei fürs Leben habe ich nicht gefunden, genau genommen noch nicht mal die Partei für den Wahlabend.
Die ersten Hochrechnungen laufen im Hof des Betahauses über den Schirm. Die Spannung in den Liegestühlen schlägt um in Depression. Nur Paul klatscht, als die FDP-Ergebnisse gemeldet werden. Die Kollegen von der Politikfabrik, die Netzdemokraten, meine Mitbewohner, alle sind etwas bedröppelt. Ich dagegen weiß nicht so genau: Fühlt sich das jetzt cool an, diese Selbstausgrenzung, der vermutlich einzige FDP-Wähler der dort versammelten Politinternetblase zu sein und das noch lauthals herauszuposaunen? Nein, die miese Stimmung steckt mich an, hier gehöre ich nicht zu den Wahlsiegern sondern zu den Verrätern. Und Verräter sein, macht keinen Spaß. Den ganzen Beitrag lesen »
Politikvermittlung soll ja nicht nur zu Wahlen betrieben werden. Und auch wenn sie jetzt nicht mehr für Stimmen werben kann (Ihr Ergebnis: 6,9% - 3,5 % mehr als 2005), möchte ich dieses Video noch nachtragen. Pünktlich zur Wahl fiel die Zuverlässigkeit meines W-LANs rapide ab, jetzt habe ich das Interview mit ihr über dunkle Kanäle doch noch ins Netz stellen können: Also nicht nur der Vollständigkeit halber, sondern weil sie vor allem zu Afghanistan und Gleichstellungsfragen wirklich was zu sagen hat, hier das Interview mit Ute Hegener, Direktkandidatin der Grünen.
Ich als neuer FDP-Wähler war lange politisch heimatlos, aber auch unter den Wechselwählern war ich in noch einsam. Selbst Karl-Rudolf Korte fand mein Wechselwahlverhalten (ab 6:00) eher ungewöhnlich: Zwischen schwarz und gelb, zwischen rot und grün, ja, das kommt in den besten Familien vor, aber zwischen gelb und grün? Da muss man sich dann von beiden Seiten Vorhaltungen unter dem Motto “Wie konntest Du nur..” machen lassen.
Ein letzes Resümee noch, dann packe ich meine Sachen. Aus Wechselwähler Paul wird Jan-Paul Laarmann, aus dem breiten Blick aufs Ganze der Konzentrierte auf die Regierungsarbeit der FDP, aus der Auseinandersetzung mit Akteuren aller politscher Couleur, das Vorhaben sich liberale Klassiker von Humboldt bis Dahrendorf zu erlesen. Aus Wechselwähler-WG wird Einzel-Apartment: Kommt doch auf einem Kommentar-Kaffee vorbei. Auf Vier-Jahre-Probezeit.de werde ich die nächsten vier Jahre halb kritisch, halb affirmativ, halb seriös, halb zum Spaß schreiben. Dort erkläre ich auch nochmal für alle Ungläubigen, wie ich zur FDP gekommen bin.
Nachdem ich endlich wieder ein Datenkabel besitze, kann ich euch bebilderten schildern wieso ich vom Wahlkampfauftritt Steinmeiers in Karlsruhe ziemlich entäuscht war:
Nach sechs Wochen in der Wechselwähler-WG haben die Bewohner am 27. September 2009 ihre Wahl-Entscheidung getroffen und ein Fazit gezogen. Unser Medienpartner politik.de hat die Stimmen mit der Kamera eingefangen: