Endspurt - gelingt der SPD noch die Aufholjagd?
25. August 2009 um 13:55 Uhr von Ewa„Björn Böhning ist erkrankt, liegt im Krankenhaus und kann nicht kommen.“ Mit dieser Nachricht werde ich empfangen. Bevor ich mir jedoch irgendwelche Alternativszenarien überlegen kann, heißt es weiter, dass stattdessen ganz spontan Eva Högl eingesprungen sei. Eva wer??? Einmal umschauen in der Tucholsky-Straße bringt Klarheit: Frau Dr. Eva Högl - mit signalrotem Lippenstift lacht einem die Kandidatin für Berlin Mitte entgegen.
Heimspiel sagt der Fußballfan in mir dazu. Apropos Fußball, Fußballfan ist Eva, die uns direkt das Du anbietet auch, mit der Aussage Fan vom Vfl Osnabrück zu sein, dem Club ihrer Heimatstadt, der im fußballerischen Niemandsland rumgurkt, kann man nicht viel falsch machen, auch sonst erweist sie sich als sympathisch, so dass man ihr ohne Bedenken ein WG-Zimmer anbieten würde.
Aber genug vom WG-Vorgeplänkel, meine Sympathiestimme (also die Erststimme) geht an den Wahlkreis Köln Innenstadt und nicht nach Berlin Mitte. Wenden wir uns also thematisch der SPD und damit auch zwangsläufig deren Deutschlandplan zu.
Als Wahlkamprofi wäre es für unseren Gast ein Leichtes den Deutschlandplan wortreich zu erklären, aber wie steht es damit den Deutschlandplan zu zeichnen?

Ein Baum und ein Krankenhaus, Umwelt und das Gesundheitssystem, sind aus dem Wahlkampf 2009 nicht wegzudenken. Aber was ist mit den 4 Millionen Arbeitsplätzen, die Steinmeier in Aussicht stellt? Das sei leider das gewesen, worauf sich die Presse gestürzt habe und der Grund, weshalb der Plan in den Medien so verrissen worden sei, so Eva.
Dass viele der Ideen nicht nur durch eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes, sondern auch erst durch einen konjunkturellen Aufschwung umgesetzt werden können, gibt sie auch unumwunden zu. Auch auf Christines Nachfragen zum Thema Bildung findet sie Antworten.
Die SPD im Jahr 2009: pragmatischer als die Linke, in Bezug auf Umweltfragen kaum zu unterscheiden von den Grünen, mit eigener piratenähnlicher Gruppe und einer liberalen Position zum Thema Bürgerrechte und einem starken Augenmerk auf den Mittelstand unserer Wirtschaft. Die SPD - eine Volkspartei müsste die logische Schlussfolgerung lauten. Müsste…wären da nicht die Umfragewerte, die bei 20% + X stagnieren.
Mit dieser Aussage konfrontiert, räumt die Direktkandidatin ein, dass die Umfragewerte tatsächlich im Moment eine andere Sprachen sprechen. Für mich entsteht der Eindruck, dass die SPD weder so recht weiß, wie sie in dieses Tal gekommen ist, noch wie sie da wieder herauskrabbeln kann.
Zum Schluss des WG-Besuchs wollen wir wissen, wer den längeren Atem hat, die SPD oder schwarz-gelb: in einer gelben Plastikwanne lassen wir die Tigerente gegen die SPD-Ente antreten. Auch wenn die Tigerente (angepustet durch Paul) keine richtige Haltung hat, kommt sie doch deutlich vor der roten Quietschente (Eva) ins Ziel.

Tja, wenn einmal der Wurm drin ist..










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