Ja, was denn nun?

26. September 2009 um 07:46 Uhr von Christine

Hui, morgen ist Wahl. Die Zeit ist verflogen, ich habe viel gehört, viel gelesen und nun heißt es : ENTSCHEIDEN!

Beim Geburtstagsfest neulich im Garten.Heiße Diskussionen um die Wahl, was ist gut, was schlecht. Dabei fiel die Aussage: “ich wähle das, was am wenigsten Schaden anrichtet”. Auch eine Idee. Wenn ich also nach Ausschlussverfahren wählen würde, hier mein worst to best case szenario: auf Platz minus 10 liegt die FDP, der Schaden den ich hier befürchte: eine weiter kippende Wirtschaft durch nicht wieder rein zu holende Steuererleichterungen, kein Atomausstieg, plus Kürzüngen in Entwicklungshilfe und anderen mir wichtigen Gebieten. Den Platz vor oder hinter der FDP, je nach Betrachtung, bekommt dann momentan (denn noch vor persönlichem Kennenlernen, überprüfen und Interview) die Piratenpartei: zu wenig Themen, zu frisch und daher noch eine Fackel im Wind. Könnten nach oben besagten Taten aber durchaus noch in eine bessere Position (die Pole Position wohl eher nicht) rücken. Es folgt die CDU. Die ist schon nicht mehr ganz auf einem Minus Platz, aber dümpelt so auf Platz Null rum: hier ist einer der Hauptpunkte der Atomausstieg, beziehungsweise, dass die CDU nicht einen zügigen Atomausstieg anstrebt und an Kohlekraftwerken festhält, statt sich in das neue Feld der erneuerbaren Energien zu stürzen. Dazu kommt die Bürgerarbeit, und das vereinfachen des Ausweisungsrechtes. Also, die CDU ist auch raus.

So jetzt wird es schwieriger, weil jetzt die Parteien kommen, die viele Überschneidungen haben und ich hier vor der Entscheidung stehe: konsequent links, Verbraucherfeundlich oder moderat? Die SPD: ich bin ein großer Befürworter des Deutschland Planes, hege große Symphatie zu Steinmeier und die SPD umschleiert der Schein der Zuverlässigkeit: denn nur wo SPD drauf steht ist auch SPD drin ( so nach dem Motto). Die Grünen: defenitiv die meisten inhaltlichen Übereinstimmungen, aber mich graust die Erinnerung an die Regierungszeit. Wie ich jetzt gelernt habe, ist es wohl nicht einfach in einer Koalition zu regieren, da es hier vorweg gewisse Knebelverträge gibt, die das Tempo vorgeben und bisweilen bestimmten Themen Maulkörbe umbinden. Ich habe die Grünen während ihrer Regierungzeit aber bisweilen als opportunistisch empfunden und das wirkt noch nach. Die frischen Informtionen jedoch (New Green Deal, Treffen mit Cem Özdemir, Wahlparty bei den Grünen) sind sehr tempting!

Die Linken. Ich habe erstaunlch viele inhaltliche Punkte gefunden, die mir wichtig sind: Atomausstieg, Bildungspolitik, bedingungsloses Grundeinkommen. Aber: der sofortige Afghanistan Rückzug ist in der geforderten Form mir nicht durchdacht genug. “Reichtum für alle” ist ein Slogan, den ich einfach überflüssig finde, denn das kann keine Partei umsetzen und der ein oder andere fällt bestimmt darauf rein. Beim Thema “bedingungsloses Grundeinkommen” haben die Linken mit Katja Kipping die Nase vorn, dies ist aber ein so persönliches Steckenpferd von mir, dass es vermutlich Wahlentscheidend sein wird. Ich bin also noch nicht ganz entschieden, aber mittig bis links wird es wohl auf jeden Fall.

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Eine Reaktion zu “Ja, was denn nun?”

  1. Bernd Anderer

    Ich finde Frank-Walter-Steinmeier, kann mit der SPD, den Grünen und den Liberalen die soziale Marktwirtschaft generationengerecht, solidarisch, ökologisch und weniger bürokratisch verändern.
    Ich wette mit Ihnen, er wird morgen Kanzler unter einem rot-grün-gelben Bündnis. Herr Westerwelle hat kategorisch ein solches ausgeschlossen, um der Union stimmen geben zu lassen, sollte es aber zu einer Steinmeier-Allianz kommen, wird er sich dieser Offerte nicht entziehen und nach 11 Jahren Opposition in solches Dreierbündnis eintreten. Ansonsten würde Herr Steinmeier Vizekanzler in der Großen Koalition bleiben, was die 2. und letzte Option ist. Wir wünschen Herrn Steinmeier alles Gute!!!!!!

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