Kreativ - aber illegal!
9. September 2009 um 19:55 Uhr von Paul
CDU-Plakat linksgepimpt
Bin ich eigentlich ein Spießer, weil ich dieses linksgepimte Wahlplakat zwar lustig und intelligent gemacht, die Guerilla-Strategie dahinter aber in der politischen Auseinandersetzung unzulässig finde? Lange habe ich überlegt, ob ich das Foto, das mir meine Mutter aus Mülheim zugeschickt hat, hier einer breiteren Öffentlichkeit präsentiere und mich damit zwangsläufig ein wenig mit den reichweiteheischenden Umgestaltern gemein mache. Doch um das Thema zu setzen, braucht man ein Beispiel, also sagt mir, was ihr davon haltet (und zeigt es keinem weiter…).










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Am 9. September 2009 um 20:36 Uhr
Spießig nicht, aber vielleicht ein wenig überbesorgt?!? Ich glaube solche lustigen Einzelfälle regen eher zu Gespräch und Austausch an, als dass sie nachhaltig Wahlentscheidungen beeinflussen. Interview doch mal einen aus der Wirkungsforschung zu diesem Thema!
Ich warte übrigens immer noch auf deinen Onkel!!!
Am 9. September 2009 um 20:41 Uhr
Hat das Verbrechen eigentlich auch einen Namen oder einen Paragraphen im StGB?
Und woher weißt du, dass es Linke und nicht z.B. die Piraten oder lustige Wahlverweigerer oder gar Wechselwähler waren? Ist Verleumdung nicht auch strafbar?
Lieber Paul, soviele Fragen..
Am 10. September 2009 um 07:29 Uhr
Was du nicht willst das man dir tu …
Persiflagen zu produzieren und online zu ventilieren ist ja ok, aber Plakate zu beschädigen nicht. Ohne Fairness geht es nicht.
Am 10. September 2009 um 09:03 Uhr
Das Verbrechen hat einen Namen, aber das ist mir zu kompliziert jetzt nachzurecherchieren: Wahlkampf ist gesetztlich besonders geschützt und geregelt und das finde ich auch gut so. Dieses Plakat hängt an einer vielbefahrenen Straße am Schloss Broich, ich schätze mal es erzeugt in Werbedeutsch vielleicht 3000 Kontakte täglich und das ist schon eine gewaltige Reichweite. Die Remix-Geschichten mit den CDU-Plakaten im Netz finde ich auch sehr gelungen, aber irgendwie habe ich da zuviel Respekt vor dem Wahlkampf, als das ich sowas “in echt” noch nur lustig fände.
Bei de Verursachern trägt mich die Logik der Aussage nach links (aber nicht zur Linkspartei).
Am 10. September 2009 um 11:12 Uhr
Lieber Paul,
Meinungsmache ist so eine Sache:
Die Linke:
Plakat an Laternenmast aufhängen: ca. 15,00 EUR inkl. Druck, Material und ehrenamtlich tätiger Parteimitglieder
Union:
Plakat auf Wand aufstellen lassen: ca. 400,00 EUR inkl. Druck, Material und Löhne
Nun sage mir,
wenn Du an Stelle der Linken wärst, warum solltest Du auf so einen interessanten Effekt verzichten sollen?
Guter Stil wird ihnen selbst auch nicht unbedingt entgegengebracht und sie verfügen, mutmaßlich, über weniger Geld. Von dem etwaliegen Boni für Kreativität (in Mannheim bzw. hier nicht unbedingt gegeben), sei mal ganz abgesehen.
Deine Behauptung illegal ist übrigens Populismus pur, welche Rechtsgrundlage soll das denn haben?
Dein letzter Hinweis, vgl. auf Online und Offline, spiegelt kein Verständnis von online. Hast Du diesen Video Beitrag gesehen?
http://bit.ly/UllQB
Bis Samstag, beste Grüße
Am 10. September 2009 um 11:20 Uhr
Auf die schnelle habe ich keinen Hinweis gefunden, ob das ganze denn jetzt illigeal oder einfach nur egal ist, aber wie sich die Piratenpartei im Wahlkampf in meinem Stadtteil organisiert, habe ich recht schnell gefunden:
http://bit.ly/BDnPz
Dort sind auch einige Auflagen gelistet. Wenn man selber ein Plakat spenden möchte (und sich der Gefahr des “kreativ” Marketing (von links) öffnen möchte: https://meinplakat.gruene.de/
Am 10. September 2009 um 11:37 Uhr
Die Linke haben aber auch nur unwesentlich weniger Menschen gewählt! Bestimmt gibt es Ungerechtigkeiten in der Wahlkampffinanzierung aber die Richtung stimmt. (Die Grünen haben zum Beispiel in ihrer Gründungsphase extrem davon profitiert.)
Ich reiße noch nicht mal NPD-Plakate ab, dann ist doch klar, dass ich erst recht vor der langweiligen Werbebotschaft der CDU Respekt habe.
Und, na klar ist das illegal: Die Stellwände sind Eigentum der Parteien (oder von denen angemietet), ist doch ziemlich eindeutig eine Form von Beschädigung fremden Eigentums: Ich hab doch auch keine Lust Schülerschmierereien alias “Tags” in meinem Hauseingang zu finden. Noch weniger wird die CDU Lust haben, sich plötzlich mit einer Großplakatwand selbst zu bekriegen.
Warum habe ich kein “Verständnis von Online”? Es ist ein gehöriger Unterschied, ob man eine jpeg-Datei modifiziert oder ein echtes Plakat bearbeitet. Online steht das Original weiter auf dem Server der CDU, hier steht nix mehr als eine zugegen lustig-intelligente aber auch irgendwie billige Verhöhnung…
Am 10. September 2009 um 12:02 Uhr
Merde, mein feuriger Kommentar: Ich habe auf dem Telefon gar nicht das Text Modding gesehen: Witzig, aber klar ist das illigeal (Straftatbestand ist Sachbeschädigung). Hinsichtlich offline/online und Respekt vor Wahlplakaten/-kampf: Mhhhh…ja, und nein, Satire ist nicht unbedingt ein Zeichen von Disrespekt, vielmehr Teil unserer Medienkultur. Und gerade, dass wir eine Medienkultur 2.0 sind, haben die Parteien nicht verstanden.
Am 10. September 2009 um 12:08 Uhr
Zum Thema Plakataussagen:
http://www.spreeblick.com/2009/08/30/bundestagswahl-2009-alles-neu/