Me, myself and CDU
19. September 2009 um 21:45 Uhr von ChristineDa ich ja leider morgen nicht an der Sonntagsrunde teilnehmen kann, beschäftige ich mich schon mal vorweg mit der CDU.
Mein persönliches Verhältnis zu dieser Partei ist folgendermaßen zu beschreiben: Opa war Bürgermeister- für die CDU. Onkel ist Bürgermeister-für die CDU. Meine (fast) gesamte angeheiratete Familie sind Bayer und- ihr habt’s erraten: CSU Wähler. In diesem Sinne sind die Damen und Herren meiner Welt gar nicht so fern. Ganz ehrlich, ich war als Kind immer mächtig stolz Bürgermeister in der Familie zu haben. Und da das meines Erachtens gute Menschen sind und waren, konnte ich auch gar nicht so recht verstehen, warum meine Eltern die so doof finden (also die CDU meine ich).
Was macht die CDU für mich aus? Na, dass sie eben CHRIST Demokraten sind. Ich bin zwar keine explizit Religion ausführende Person, aber dennoch ist die christlich abendländische Kultur meine Kultur. Und ich finde, wenn man mal von fatalistischen, missionarischen Kapiteln der Geschichte absieht, sind die Werte dieser Kultur keine Schlechten. In Sinne von “liebe deinen nächsten wie dich selbst”, “wer frei von Schuld ist, werfe den ersten Stein” etc. Die CDU ist für mich wie Oma und Opa: Tradition, Heimatgefühl, Pfannkuchen mit Apfelmus.
Ich habe mir also das Wahlprogramm vorgenommen und wurde erst mal überrascht. Seite 1-7 der Kurzfassung klang für mich richtig gut. Es wurde so ziemlich jedes Thema angesprochen, dass ich mir vorstellen kann und alles klang vernünftig. Ich wurde richtig aufgeregt- bin ich etwa schwarz? Während ich las, huschte mein Mann an mir vorbei. Ich: “du, ich lese gerade das Parteiprogramm der CDU, ich finde das richtig gut!” Die linke Augenbraue meines Mannes machte einen interessant, hohen Bogen Richtung Haaransatz: “echt???”. “Ja, ja, hier guck mal”. Und ich las weiter. Nee, Moment mal, ab Seite 8 wird es finster. Das Konzept Bürgerarbeit. Ein Graus für jeden Freischaffenden, weil es im Grunde genommen Zwangsmaßnahmen in einen Job, den man mit Sicherheit nicht will, bedeuten würde (man muss dazu sagen, dass man auch wenn man keine Gelder bezieht “Arbeitssuchend” gemeldet sein muss, denn sonst nix Rente später). Also zwei Monate keine Dreharbeiten und ab in die Bürgerarbeit. Das kann ich nicht gutheißen. Nächster Negativpunkt: Einsatz der Bundeswehr auch im Inneren unter bestimmten Umständen. Da bin ich gegen, weil A) wir haben eine Polizei. B) Welche Umstände sollen das sein? Terrorbekämpfung? Das ist mir zu vage. Ich hoffe sehr, dass wir keinen Krieg vor der Haustür erleben müssen, und ein anderer Grund für die Bundeswehr im Inneren fällt mir nicht ein. Dritter Punkt, der auf mein Missfallen traf: Das Ausweisungsrecht vereinfachen. Selbst die CDU sagt, dass Deutschland ein Immigrationsland ist. Also entweder, man akzeptiert dies und versucht Wege zu finden Ausländer schneller und besser zu integrieren, oder man akzeptiert dies nicht, aber dann nützt ein einfacheres Ausweisungsrecht auch nur bedingt. Menschen die in diesem Land leben, sollten die Möglichkeit haben zu arbeiten und sich zu integrieren. Als Sozialhilfeempfänger bringen sie uns nichts, und für die betroffenen Menschen ist das auch kein zufriedenstellender Zustand. Ich habe schon von Fällen gehört, wo Kinder ohne Eltern ausgewiesen wurden, und das ist etwas was ich absolut falsch finde. Also im Gegenteil: Einbürgerung vereinfachen!
Trotzdem hänge ich an der alten Dame CDU. Und vielleicht, eines Tages, gibt es Änderungen an den mich störenden Punkten. Und dann esse ich Pfannkuchen mit Apfelmus, höre Schlager im Radio, und fühle mich so richtig sicher. Amen.










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Am 21. September 2009 um 19:43 Uhr
prima text, nur wünsch’ ich dir einen becquerelfreie pfannkuchen, also ohne akw’s und atomwaffen! richard