USS Vegan I - Meat

14. September 2009 um 20:35 Uhr von Anselme

Fleisch, Leder - Milch, Käse - Eier

Vielleicht mehr als alles andere bestimmt meine politische Meinung vielleicht meine Weltanschaung als Veganer - deswegen ist es unmöglich, einen politischen Blog zu führen, ohne darauf zu sprechen zu kommen…

Teil I: Fleisch

“Mama, was ist eigentlich Fleisch und wo kommt das her?”

Eine Frage, mit der sich wohl alle Eltern einmal auseinandersetzen müssen, mit verschiedenen Antworten - immerhin wissen wir ja alle, dass Kinder Fleisch brauchen. Wir sind natürlich in unserem Alter wesentlich weiter: Wir wissen, dass Fleisch totes Tier ist, keine Frage. Und wir haben uns dazu entschieden, dass wir lieber Fleisch genießen und in Kauf nehmen, dass Tiere leiden, dass sie gequält und getötet werden, als dass wir auf beides verzichten.

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Sozialer Umgang miteinander hört eben irgendwann auf - bei manchen, wenn es nicht um einen selbst geht, bei anderen, wenn es nicht um die eigene Familie geht, nicht um Deutsche, nicht um Europäer, nicht um Menschen. Egoismus, Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, Speziezismus - sie alle sind in einem Satz ohne weiteres nenn- und vergleichbar.

Auch bei Menschen, denen Soziales Miteinander sehr wichtig ist und die auf Kapitalismus (alle gegen alle) schimpfen und die Linke wählen, oder die Grünen, oder die SPD oder gar nicht, endet die Soziale Ader meist bei den Grenzen der Spezies - aus Überzeugung oder aus Gedankenlosigkeit?

Fleisch essen vergeudet etwa die zehnfache Menge an Getreide, viel mehr an Wasser. Fleisch essen fördert die Erderwärmung. Fleisch essen ist meist ungesund. Fleisch essen und Leder tragen erzeugen Leid und Tod.

Wer Fleisch isst, nimmt dies alles in Kauf. Und wie bei jeder moralischen Entscheidung ist es jedem selbst überlassen, wie er abwägt: Der Raucher wägt ab, ob ihm der Genuss von Zigaretten die Gefahr des Lungenkrebses wert ist. Der Autofahrer, ob er zu spät kommt oder sich und andere durch zu schnelles Fahren gefährdet. der Vergewaltiger wägt ab, ob ihm seine Lust das lebenslange Leiden seines Opfers wert ist - der Fleischesser zwischen seinem Luxus und dem Leid und Tod des Tieres.

Die Bewertung einer Moralentscheidung bleibt jedem selbst überlassen. Niemals werde ich jemandem vorschreiben können, was er als richtig und falsch anzusehen hat - doch die bewusste Entscheidung unter Kenntnisnahme aller Konsequenzen kann man von einem mündigen Menschen erwarten und dann fragen:

Ist es das wirklich wert?

Liebe Mitbewohner der Wechselwählerwohngemeinschaft, ich danke euch nochmal herzlichst für den total leckeren veganen Kuchen: Eine Schokobombe, die ihresgleichen suchte. Hätt ich nur ein Stück davon hier…

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31 Reaktionen zu “USS Vegan I - Meat”

  1. Anderer Tobias

    Du schreibst “Fleisch essen und Leder tragen erzeugen Leid und Tod.” Tod, OK, da hast Du recht. Aber “Leid”? Das ist eine ungerechtfertigte Pauschalisierung. Es ist nicht notwendig dass Tiere leiden um Fleisch und Leder zu erzeugen. Genauso wie man mit Hund und Katze friedlich zusammenleben kann, ist es möglich Nutztiere anständig zu halten. Die glücklichen Tiere auf dem Bauernhof gibt es wirklich.

  2. Michael Panzer

    Als allererstes will ich eine Sache festhalten, die Frage “Fleisch essen oder nicht?” ist eine Luxusfrage, denn sie setzt vorraus, dass man die Wahlt hat.

    Aber jetz mal zum Thema vegan/vegetarisch. Meine Frage ist, ab wann es “böse” geworden ist Fleisch zu essen und die Tiere nach ihrem Tod zu “verwerten”?
    Der Mensch ist ja, rein körperlich, für den Fleischkonsum geeignet und “ausgelegt”. War es für die Steinzeitmenschen ok Fleisch zu essen, welches sie selbst gejagt und erlegt haben? War es ok aus den Fellen bekleidung zu machen?
    Entstand das Problem nicht erst durch die Industrialisierung? Der Änderung unserer Lebensweise, weg vom Bauerndasein, mit Feld und Tieren, hin zur Urbanisierung, wodurch die eigene Haltung von Tieren zur Nahrungsgewinning nicht mehr möglich war. Ist das Problem der Konsum an sich oder eher das Verhältnis, welches wir zu diesem “Produkt” entwickelt haben?
    Wäre es nicht “richtig” in den Wald auf die Jagd nach seinem Wildschwein zu gehn?

    Wieso darf ein Löwe eine Gazelle reißen und essen, wo hingegen ich, bei der gleichen Handlung, ein schlechtes Gewissen haben soll?

    Ich bin kein Ideologe. Ich esse Fleisch und trage Leder und ich esse kein Fleisch und trage Baumwolle. Kommt auf den Tag darauf an, jedoch sehe ich keinen rationalen Grund auf ein gewöhnliches Nahrungsmittel grundsätzich zu verzichten.

    Tod und Leid sind teil der Natur, diese ist durch und durch brutal und unfair. Eine falsche Bewegung und du wirst zum Opfer, eine richtige Bewegung und du wirst zum Überlebenden. Evolution ist (unter anderem) ein Selktionsprozess indem nicht der Faire überlebt, sondern derjenige, welcher die Möglichkeiten ausnutzt.

    Ich könnte noch ewig weiterschreiben, aber hoffe zuerst auf eine Reaktion und Dikussion.

  3. Anderer Tobias

    Anselme, Du schreibst dass Deine Weltanschaung als Veganer vielleicht mehr als alles andere Deine politische Meinung bestimmt. Welche politischen Meinungen vertrittst Du denn, die davon betroffen sind? Welche Tierschutz-Gesetze hättest Du gerne?

  4. Achim

    Na dann: http://tierrechtspartei.de

  5. Anselme

    Hallo ihr,

    @1. Post von anderer tobias:

    Wärest du glücklich, wenn du geschlachtet werden würdest?
    Du hast natürlich recht - es gibt quantitative Leidabstufungen. Dennoch wage ich zu behaupten, dass es den meisten Menschen in Deutschland nicht vor Augen ist, wo ihr Fleisch herkommt. Chancen auf das “glückliche” Leben des Tieres hast du höchstens bei Biofleisch. Wieviel Prozent des gegessenen Fleisches stammen aus solchen Betrieben?

    @Michael:

    Von richtig oder falsch zu sprechen würde ich abraten, denn hier geht es um eine moralische Entscheidung, wo es kein richtig und falsch gibt.

    Es ist eine Frage des gegenüberstehenden Rechtsgutes, und dort findet sich auch das “richtig” und “falsch”: Für mich wird es falsch, sobald ich die Wahl habe, ohne überwiegende Konsequenzen darauf zu verzichten. Was in der Steinzeit wohl nicht möglich war, ist es heute ohne weiteres: Der Verzicht auf Fleisch.

    Die Geschichte zeigt: Um zu überleben, essen Menschen sich notfalls gegenseitig auf. Doch Tiere werden ohne notwendigkeit getötet - aus geschmacklichem Luxus.

    @anderer Tobias, 2. Post

    Die Vegane Lebensweise (meine persönliche) bedeutet eine Weigerung, anderen Leid und Tod für sich selbst aufzulasten. Das bedeutet, dass ich mir Tierrechte wünsche, die ihre Ausbeutung untersagen - ebenfalls lehne ich jede Ausbeutung und Tötung von Menschen ab.

    Jedoch bin ich realistisch und mit jedem kleinen Schritt zufrieden: Verbot von Pelztierfarmen, Steuer auf Fleisch, artgerechtere Bedingungen…jeder Schritt in die richtige Richtung ist ein guter :-)

    gruß
    anselme

  6. Anderer Tobias

    Anselme schrieb:

    Chancen auf das “glückliche” Leben des Tieres hast du höchstens bei Biofleisch.

    Wie kommst Du darauf dass die Tiere so schreckliche Leben hätten? Das von Dir verlinkte Video zeigt einen tragischen Einzelfall. Missbrauch gibt es überall. Aber für die meisten Schlachttiere ist es immer noch besser, gelebt zu haben als nicht gelebt zu haben. Da schließe ich mich dem Ökonomen Robin Hanson an. Ich denke, dass die Tiere i.d.R. nicht mehr leiden als wir Menschen. Ein Bauer ist ja schon allein aus ökonomischen Gründen um die Gesundheit seiner Tiere besorgt.

    Das bedeutet, dass ich mir Tierrechte wünsche, die ihre Ausbeutung untersagen

    Welche Tiere sollen denn diese Rechte bekommen? Also Du würdest doch wohl kaum wissenschaftliche Experimente an Fliegen verbieten oder den Handel von Honig? Irgendwo wirst ja selbst Du Grenzen setzen. Also nächstes kommt noch einer daher und verlangt Rechte für Bakterien!

    - ebenfalls lehne ich jede Ausbeutung und Tötung von Menschen ab.

    Dann bist Du also für die Illegalisierung von jeglichen Abtreibungen.

  7. Michael Panzer

    @Anselme

    “Chancen auf das “glückliche” Leben des Tieres hast du höchstens bei Biofleisch”
    Zu “Bio”Erzeugnissen will ich mich jetzt nicht äußern, das ist ein Thema für sich. Aber es ist schlichtweg falsch zu behaupten nur Bio-Kühe hätten ein artgerechtes Leben. Man sollt aufhören über “glücklich” zu reden, wenn nichtmal wir, als Mensch, es schaffen dafür eine Definition zu finden. Wir sollten auch aufhören menschliche Gefühle, Erwartungen und Vorstellungen auf andere Lebewesen zu projezieren.

    “Für mich wird es falsch, sobald ich die Wahl habe, ohne überwiegende Konsequenzen darauf zu verzichten. Was in der Steinzeit wohl nicht möglich war, ist es heute ohne weiteres: Der Verzicht auf Fleisch.”

    Das heißt also du bist für die Effizienz der Landwirtschaft, um eben genug Lensmittel herstellen zu können? Also hochentwickelte und ertragreiche Sorten, Grüne Gentechnik und erschließen von Ackerland. ;-)

    “Fleisch essen vergeudet etwa die zehnfache Menge an Getreide”

    Es wird immer so getan als ob die Tiere das Gleiche zu essen bekommen wie wir im Supermarkt kaufen können. Das ist einfach irreführend.

    “Die Vegane Lebensweise (meine persönliche) bedeutet eine Weigerung, anderen Leid und Tod für sich selbst aufzulasten.”

    Wäre es für dich also “machbar” ein von selber gestorbenes Tier zu essen oder zumindest das Leder zu verwerten? Immerhin hast du damit niemandem Leid und Tod angetan! Also nochmal meine Frage, welche Art mit Tieren zumzugehn ist ok? Sollen wir sie alle von selber sterben lassen bevor wir sie essen? Sollen wir ihnen medizinische Behandlungen vorenthalten weil das nicht “natürlich” und “Bio” ist?

  8. WW Anselme

    @anderer Tobias:

    Eine Diskussion ueber Abtreibung spraenge den Rahmen - fraglich waere, ab wann ein nasciturus ein eigenstaendiges lebewesen ist - doch darueber wollen wir hier nicht diskutieren, das waere zu weit ;-)

    @michael:

    Nie wird das leben eines tieres artgerecht sein, an dessen ende das schlachten steht ;-) jedoch haben wir uns von der natuerlichkeit schon sehr weit entfernt (nichts lebt unnatuerlicher als wir menschen).

    “Man sollt aufhören über “glücklich” zu reden, wenn nichtmal wir, als Mensch, es schaffen dafür eine Definition zu finden.”

    Gerade aus diesem Grund sollten wir vermehrt darüber reden!

    “Wir sollten auch aufhören menschliche Gefühle, Erwartungen und Vorstellungen auf andere Lebewesen zu projezieren.”

    Treten wir nicht die Diskussion platt, inwiefern sich Menschen von Tieren unterscheiden und stellen lieber die Frage - welches Lebewesen will sterben? Das würde schon genügen.

    Prinzipiell habe ich nichts gegen den Verzehr von selbst gestorbenen Tieren - UND menschen. es ist lediglich ekelig ;-) und die Missbrauchsrate wäre wohl hoch.

    Tier essen Getreide - wir essen Getreide. Nutzfläche geht verloren über den Umweg, Fleisch zu produzieren. Dies IST ein Verlust an Effektivität und nicht möglich zu drehen, Michael ;-)

  9. Achim Stößer

    Ach, wie schön wäre es, wenn Leute in Blogdiskussionen, statt zu behaupten, Madrid sei die Hauptstadt von Dänemark und läge nah der dänisch-chinesischen Grenze, erst einmal einen Blick in eine geeignete Enzyklopädie werfen würden … oder in diesem Fall sich informieren über das 1×1 des Veganismus: http://veganismus.de / http://tierrechtsbilder.de / http://antispe.de usw. Fast kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Tierausbeutuingsapologeten alle das gleiche speziesistische Leuchter-Report-Analogon verinnerlicht ahben ob ihrer abstriusen Rechtfertigungsversuche.

  10. Anderer Tobias

    [F]raglich waere, ab wann ein nasciturus ein eigenstaendiges lebewesen ist - doch darueber wollen wir hier nicht diskutieren, das waere zu weit.

    OK, reden wir nicht über ungeborenes Leben. Trotzdem würde mich interessieren, warum “Eigenständigkeit” für moralische Fragen eine Rolle spielen sollte?

    Treten wir nicht die Diskussion platt, inwiefern sich Menschen von Tieren unterscheiden und stellen lieber die Frage - welches Lebewesen will sterben? Das würde schon genügen.

    Zuvor war der ausschlaggebende Punkt für dich noch die Zugehörigkeit zum biologischen Reich der Tiere. Dann war Dir Diese Kategorie doch zu breit und Du hast sie mit der Bedingung des “eigenständiges Lebens” eingeschränkt. Jetzt ist plötzlich wichtig, ob jemand sterben will oder nicht? Du bist Dir woll selbst nicht ganz im Klaren, wessen Leben Du nun eigentlich schützen willst? Tiere wollen alles mögliche, möglicherweise ist darunter auch der Wunsch zu leben. Es ist ein Wunsch unter vielen. Wenn Du meinst, auf diesen Wunsch sei unbedingt einzugehen, was ist dann mit ihren anderen Wünschen? Man kann ja wohl kaum sagen, OK, auf den einen Wunsch der Tiere gehe ich ein, aber nur auf diesen, dann ist es auch gut.

    Wenn Du Tieren so weitgehende Rechte zubilligen willst, dann müsstest Du das doch erst Recht mit Menschen machen. Du bist also politisch liberal, genauer libertär? Also Menschen sollten nicht für die Zwecke anderer missbraucht werden?

  11. WW Anselme

    “Zuvor war der ausschlaggebende Punkt für dich noch die Zugehörigkeit zum biologischen Reich der Tiere. Dann war Dir Diese Kategorie doch zu breit und Du hast sie mit der Bedingung des “eigenständiges Lebens” eingeschränkt.”

    Nein, habe ich nicht ;-) Dies bezog sich auf die Abtreibungsfrage, auf die ich nicht näher eingehen wollte.

    “Jetzt ist plötzlich wichtig, ob jemand sterben will oder nicht? Du bist Dir woll selbst nicht ganz im Klaren, wessen Leben Du nun eigentlich schützen willst?”

    Ich werde dir deine Interpretation lassen, du magst das so sehen, wenn du willst. Allerdings glaube ich, bist du dir bewusst, das das lediglich eine ablenkende Provokation darstellt :-)

    “Man kann ja wohl kaum sagen, OK, auf den einen Wunsch der Tiere gehe ich ein, aber nur auf diesen, dann ist es auch gut.”

    Ach, kann man nicht? Man kann nicht einen Wunsch berücksichtigen ohne andere zu erfüllen? Was machst du, wenn dein Sohn sich ein Modellauto und eine echte Ritterburg wünscht? Schenkst du ihm dann weder das eine noch das andere, weil beides zusammen nicht geht?

    Natürlich billige ich Menschen genauso weitgehend Rechte zu wie Tieren. Den Begriff libertär brauche ich dafür nicht (und dieser würde auch nicht zutreffen) - der Begriff “vegan” reicht durchaus aus :-)

    Problem: Ich versuche mich hier kurzzufassen. Dadurch entstehen Missverständlichkeiten, die bei längeren Texten nicht entstehen. Da mein Ziel aber ist, Das Thema überhaupt wieder in die Köpfe reinzubringen, reicht mir das schon.

    Am Ende steht bei jeder Diskussion nämlich die gleiche Frage: “Kann ich es verantworten, einem Wesen das Leben zu nehmen, um meines luxuriöser zu gestalten?”

  12. Anderer Tobias

    @ Anselm: Ich sehe nicht, wie die Abtreibungsfrage und die Frage von Tierrechten voneinander trennbar wären. Menschen gehören doch biologisch ins Reich der Tiere.

    Da mein Ziel aber ist, Das Thema überhaupt wieder in die Köpfe reinzubringen, reicht mir das schon.

    Ich habe schon des öfteren erlebt, dass sich Leute durch Beschäftigung mit dem Thema Tierrechte in eine Richtung bewegt haben, die dir nicht gefallen würde, also in Ihrer Ablehung von Tierrechten noch radikaler wurden.

    Am Ende steht bei jeder Diskussion nämlich die gleiche Frage: “Kann ich es verantworten, einem Wesen das Leben zu nehmen, um meines luxuriöser zu gestalten?”

    Ja, das kann ich verantworten. Warum auch nicht?

  13. Anderer Tobias

    Oops, Du heißt natürlich “Anselme” mit “e” am Ende. Sorry.

  14. WW Anselme

    Kein Problem ;-)

    Wenn du keine Trennung von Abtreibungsfrage und Tierrechten siehst, gehörst du wahrscheinlich zu ihren Befürwortern? ;-)

    Schon komisch, ich habe das andere Extreme erlebt. Auch an mir selbst. Das es beides geben kann, ist klar. Immerhin unterscheiden sich Menschen in ihrer Moral.

    So kannst du verantworten, was ich nicht verantworten kann, der Mörder eines Menschen kann verantworten, was keiner von uns beiden verantworten kann und der Massenmörder, was keiner von uns dreien verantworten kann - hoffe ich zumindest ;-)

    Lieben Gruß,
    anselme

  15. Michael Panzer

    Da es sich in dieser Auseinandersetzung eher um einen Glaubenskrieg als um eine rationale Debatte handel, will ich nur noch 2 sachen loswerden.

    Um ein Produkt zu erzeugen muss eine Investition erfolgen. Und um das Produkt Fleisch zu erzeugen, müssen wir in die Nahrung der Tiere, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden investieren, damit ein Mehrwert entsteht, welcher sich im gehobenen Preis dafür widerspiegelt. Wenn die Nachfrage sinkt, nimmt auch die Erzeugung ab. Also hat der Konsument es (glücklicherweise) in der Hand. Die rechtlichen Grundlagen zum Tierschutz sind ausreichend. Es darf z.B. kein Tier zur Unterhaltung gequält und getötet werden.

    Zum zweiten. Solange Kinderarbeit in anderen Ländern noch aktuell ist und die Gleichberechtigung der Frauen nicht überall selbstverständlich ist, kann ich mich beim besten Willen nicht mit der “glücklichen Kuh” beschäftigen. Die Energie und die Aufwändungen, die für “ideologische Wohlstandsprobleme” aufgewand werden, sollten eher für die Ungerechtigkeit am Menschen weltweit eingesetzt werden. DAS wäre moralisch richtig(er).

  16. Anderer Tobias

    Ja, ich bin pro Abtreibungen. Eine hilfreiche Faustregel beruht auf dem Begriff des Sophonts.

    Let’s start by defining a slightly more abstract category, what science-fiction fans call a ’sophont’. A being or animal is fully sophont if it:

    Shows behavioral evidence of self-awareness, e.g knows it has a mind.
    Shows awareness of the existence of other minds.
    Communicates abstractions using language.
    Invents and uses tools.
    Can reason about counterfactual hypotheticals, e.g. can answer
    questions of the form “What would things be like if a fact I am
    now observing to be true were not true?”

    (That last one may seem odd to those of you not familiar with primate ethology, but bear with me…)

    (Quelle: Eric S. Raymond)

    Töte ich einen Sophont, ist es Mord, töte ich jemand anders, ist es kein Mord.

    Schon komisch, ich habe das andere Extreme erlebt. Auch an mir selbst. Das es beides geben kann, ist klar. Immerhin unterscheiden sich Menschen in ihrer Moral.

    Ich verstehe diese Sätze nicht. Was ist “das andere Extreme”? Was hast Du an Dir selbst erlebt?

  17. Anderer Tobias

    @ Anselme:

    Schon komisch, ich habe das andere Extreme erlebt. Auch an mir selbst. Das es beides geben kann, ist klar.

    Ach so, Du meintest, dass Du mit der Beschäftigung der Tierrechtsfrage zum Veganer geworden bist.

    Immerhin unterscheiden sich Menschen in ihrer Moral.

    Moral muss halt meines Erachtens immer auch einen Zweck haben. Zum Beispiel hat die Moral

    Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.

    keinen Zweck und sollte deshalb verworfen werden. Tierrechte sind für mich genauso sinnlos. Dagegen gibt es für Menschenrechte eine Vielzahl von Gründen.

  18. WW Anselme

    Tja, für mich ist der Einsatz für die Rechte anderer eben nicht sinnfrei ;-) Und das Verwerfen der Religion - nun, das Fass mache ich nicht mehr auf ;-)

    ich muss mal auf den Kommentar Nr.9 verweisen, der erst jetzt auftauchte, weil er durch seine links durch den Spamfilter durch und zugelassen werden musste ;-)

  19. Anderer Tobias

    Der vom Filter als Spam eingeordnete Kommentar ist von Achim Stößer.

    @ Achim: Sie sprechen von Falschbehauptungen durch uninformierte Tierrechtsapologeten. Wo haben ich oder Michael denn hier falsches behauptet?

  20. Anderer Tobias

    Oops, ein freudscher Verschreiber! Tierausbeutungsapologeten wollte ich schreiben. Dabei habe ich doch grade eine Blutwurst gegessen, da müsste das mit dem Denken und so doch eigentlich besser klappen…

  21. Achim Stößer

    Da ist die Frage nach Falschbehauptungen ja schon beantwortet: “Dabei habe ich doch grade eine Blutwurst gegessen, da müsste das mit dem Denken und so doch eigentlich besser klappen…” De facto ist das nicht nur falsch, darüber hinaus besteht nachweislich sogar eine Korrelation zwischen sowohl Intelligenz als auch Bildung einer- und Veganismus andererseits. (Natürlich ist ziemlich alles was er hier absondert andere ebenfalls abstruser Unfug, aber das werde ich hier nicht en detail ausführen.)

    Inwieweit diese Korrelation auf Kausalität beruht (und in welcher Richtung) sei hier dahingestellt, durchschnittlichen Leichenfressern wird das ohnehin zu hoch sein.

    Weitere Brettvormkopfträgerfragen dieser Art werde ich sicher nicht beantworten, da schaue ich lieber Wasser beim Verdunsten zu.

  22. Michael Panzer

    “durchschnittlichen Leichenfressern wird das ohnehin zu hoch sein.”

    Das ist an Idiotie nicht zu übertreffen. Als ob man ein besserer Mensch wäre weil man kein Fleisch isst. Wenn Herr Stößer ernsthaft dieser Meinung ist, frag ich mich wer das Brett vor dem Kopf hat.

  23. Achim Stößer

    Und noch einer, der lieber glaubt, die Zugspitze sei ein See, statt sich zu informieren: Sind Veganer bessere Menschen?. Dabei hatte ich veganismus.de bereits erwähnt. Nun ja, manche zieht es eben vor sich hinter seinen Tellerrand (eines Tellers voller Blutsuppe) zu kauern statt der Realität ins Auge zu sehen.

  24. Michael Panzer

    Da es sich bei Achim wohl um einen militanten Vertreter handelt will ich nicht weiter auf ihn und seine “tollen” Quellen eingehn! Nur eine Sache. Wenn ich wissen will ob ein Handy gut ist, schau ich auch nicht auf die Herstellerhomepage. Sich auf http://www.veganismus.de darüber zu informieren, ist wie auf http://www.vatican.va nach “Fehlern” der Kirche zu suchen. SINNLOS.

  25. WW Anselme

    Um mein gemäßigteres Scherflein beizutragen:

    Ein Veganer ist natürlich nicht zwangsläufig ein besserer Mensch als ein Omnivore. Zu dem Schluss kommt man auch nicht, wenn man Veganismus für gut und Fleisch essen für schlecht hält (wie ich.)

    Jedoch halte ich es für eine gute Eigenschaft - also hat ein Veganer für mich eine gute Eigenschaft mehr als ein Fleischesser. Das macht ihn nicht automatisch besser - immerhin kann der Veganer 1000 andere schlechte Eigenschaften haben und der Fleischesser ansonsten eine reine Weste - aber ceteris paribus gesetzt, bei sonst gleichen Bedingungen, würde das den Veganer durch unsere Moral betrachtet zu einem besseren Menschen machen, ja.

    (Gesetzt den Fall man beurteilt die Güte eines Menschen nach der Anzahl seiner guten und schlechten Eigenschaften)

  26. Anderer Tobias

    Ich finde die Wechselwähler sollten hier mal einschreiten und Achim Stößer zu einem gemäßigteren Ton ermahnen. Da sich Hr. Stößer für so schlau hält, habe ich hier mal eine kleine Denksportaufgabe für ihn: Gemessener IQ und die Höhe der selbsteingeschätzten Intelligenz korrelieren negativ
    . Je höher der IQ eines Menschen, desto niedriger schätzt er seine Intelligenz ein. Was sagt uns das? Des weiteren weise ich darauf hin, dass es nicht wie Hr. Stößer sagt, de facto falsch ist, dass sich mein Denkvermögen durch Blutwurstessen steigert. Es ist ein wohlbekanntes Phänomen, dass einige Menschen unter Hungergefühl nicht so gut denken können. Ich bin einer von ihnen. Der Beweis einer Falschbehauptung meinerseits steht also noch aus, Hr. Stößer!

  27. Saney

    Um hier mal auf einige Punkte einzugehen, die meiner Meinung nach noch Klärung bedürfen: Natürlich gibt es keinen Grund für eine fleischlose Ernährung. Genauso gibt es keinen Grund, sich gegen Kinderarbeit oder für Frauenrechte einzusetzen. Es sei denn, man hat persönliche Wertvorstellungen und auch die Ambitionen, sein Leben nach den eigenen Wertevorstellungen zu leben. Nun ist es so, dass es in unserer westlichen Kultur weit verbreitet ist, Mitleid für leidende andere Lebewesen zu empfinden, seien es menschliche oder nichtmenschliche Tiere. Dazu gehört auch, dass es als Unrecht empfunden wird, wenn ein Tier unnötig gequält wird: Kindern, die Spinnen die Beine ausreißen oder Katzen an ihren Schwänzen ziehen, wird man meistens seine Meinung sagen. Leider wird die Tierquälerei, die durch das eigene Konsumverhalten hervorgerufen wird, damit entschuldigt, dass die Haltung artgerecht wäre. Dabei ist es doch so einfach, zu verstehen, dass die Produktion von Fleisch nie artgerecht sein kann: Auch Tiere, man mag es kaum glauben, haben Bedürfnisse. Grundbedürfnisse, wie z.B. nach körperlicher Unversehrtheit und die Möglichkeit, die eigenen Instinkte (wie zum Beispiel das Scharren im Boden) ausleben zu können. Schweine werden jedoch 24h im Stall gehalten, ohne die Möglichkeit zu scharren oder ihren Entdeckertrieb auszuleben. Sie leben im Halbdunkeln, und damit sie sich nicht gegenseitig die Ringelschwänzchen abkauen, werden diese abgeschnitten und die Zähne beschädigt. Und das soll artgerecht sein? Mehr Infos: http://www.dokumentiere.de/schweinemast/videos-schweinemast.html — Ich belasse es bei diesem Beispiel, auf Rinder- und Hühnerhaltung lässt es sich ohne weiteres übertragen. Menschenrechte, deren Grundlage die Grundbedürfnisse der Menschen sind, sind damit genauso sinnvoll (oder -los) wie Tierrechte, da nichtmenschliche Tiere überwiegend die gleichen Grundbedürfnisse haben wie Menschen.

    “”Man sollt aufhören über “glücklich” zu reden, wenn nichtmal wir, als Mensch, es schaffen dafür eine Definition zu finden. Wir sollten auch aufhören menschliche Gefühle, Erwartungen und Vorstellungen auf andere Lebewesen zu projezieren.”"

    Obwohl keiner von uns das ultimative Rezept zum Glücklichsein hat, so sind wir uns wahrscheinlich alle einig, dass existentielle Grundbedürfnisse wie körperliche Unversehrtheit eine Grundvorraussetzung sind, um glücklich zu sein. Und noch nicht einmal diese werden in der modernen Nutztierhaltung erfüllt, wie viele Dokumentationen belegen (Earthlings, We Feed The World, usw). Wir können also mit Sicherheit sagen, dass Tiere, deren Grundbedürfnisse nicht erfüllt werden, nicht glücklich sein können.

    Es ist doch so einfach: Um die Frage zu beantworten, ob Nutztierhaltung Tierquälerei ist oder nicht, muss man sich nur die Frage stellen: Würdest du so leben wollen wie die Tiere, die du isst?

  28. Anderer Tobias

    @martin:
    “Schweine werden jedoch 24h im Stall gehalten [...]”

    Mit diesem Satz hast Du dich völlig diskreditiert. Ich habe schon öfters Bauernhöfe besucht. Ich war da. Die Schweine dort waren nicht im Stall. Ihre Schwänze waren vollkommen intakt. Sie hatten eine Menge Auslauf. Was Du hier schreibst ist totaler Bullshit.

  29. WW Anselme

    Martin? Ich glaube, du meinst Saney.

    Ersetze “Schweine” durch “die meisten Schweine” (denn die meisten Schweine kommen aus Schweinezuchtbetrieben, nicht aus Bauernhöfen) und du hast wieder eine absolut wahre aussage.

    “Mit diesem Satz hast Du dich völlig diskreditiert.”

    Mach dich nicht lächerlich. Wenn jemand 100 Wahrheiten von sich gibt, und 1 Lüge, sind damit die 100 Wahrheiten nicht falsch. *Kopfschüttel*

  30. WW Anselme

    (wobei Saney in diesem Fall nicht 1 Lüge von sich gegeben hat, sondern lediglich eine ungenauigkeit.) ;-) So, ich wollte nicht lügen ;-)

  31. Saney

    Ich rede jetzt nicht von den kleinen Bauernhöfen aufm Lande, denn die machen nicht den Großteil des konsumierten Fleisches aus. Ich rede von Großmastanlagen wie die geplante Anlage in Alt Tellin, in der 10.000 Muttersauen (+200.000 Ferkel pro Jahr) gehalten werden sollen. Ich spreche von 60.000 Tonnen Gülle pro Jahr allein in dieser Anlage, wobei nicht nur das entstehende Ammoniak eine unglaubliche Umweltbelastung ist. Allein aufgrund der grausamen Haltebedingungen würden 35 Ferkel täglich sterben.

    In Dänemark kommen auf 1000 Einwohner 2447 Schweine - Ich war diesen Sommer eine Woche in Dänemark, und ich kann dir sagen: Ich habe draußen jedenfalls mehr freilaufende Menschen als Schweine gesehen.

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