USS Vegan III: Milk
21. September 2009 um 23:07 Uhr von AnselmeFleisch - Milch, Käse - Eier
Was ist so tödlich an Käse? Und warum bedeutet Milch trinken im übertragenen Sinne eigentlich Blut trinken? Ein Ausblick.Seitdem ich über Veganismus blogge, halte ich den Kommentarpokal - 31 Kommentare umfasst der Beitrag über Fleisch nun, das hat mich selbst überrascht. Jedoch ist das Thema natürlich besonders wichtig, weil viel zu selten reflektiert. In den anderen Diskussionen legen die Proveganer in den Diskussionen gerade vor - wer der Meinung ist, das sollte sich ändern, ist herzlich dazu eingeladen ihre Argumente zu entkräften.
Und heute geht es eben um Milch.
1. Lebenserwartung
Die Lebenserwartung einer Kuh beträgt natürlicherweise 20 Jahre. Aufgrund von der erhöhten Belastung durch das ständige Milch geben, (auch durch heutige Züchtungen bedingt) das Vollpumpen mit Antibiotika erreichen Milchkühe eine durschnittliche Lebenserwartung von etwa fünf Jahren. 3/4 der Lebenszeit werden ihnen somit genommen.
2. Konsequenzen
Es gibt wirklich Menschen, die völlig überrascht sind, wenn man ihnen ins Gedächtnis ruft, dass weibliche Wesen natürlich nur Milch geben, wenn diese auch genutzt wird - von Nachwuchs. Eine Tatsache, die den Frauen der Menschheit das Leben doch sehr erleichtert. Klartext: Bekommt eine Kuh kein Kalb, gibt sie auch keine Milch - dafür sorgen die Hormone.
Das Kalb wird nach der Geburt von seiner Mutter getrennt - das Leid dieser Trennung will ich gar nicht so nahe beachten, sonst kommt wieder das Argument, man könne menschliche Maßstäbe nicht anlegen (Wobei das keine Probleme zu machen scheint bei der Behauptung, ein armseliges Leben wäre besser als gar keines). Das Kalb wird in den meisten Fällen geschlachtet, bevor es feste Nahrung zu sich nimmt - das macht den Unterschied zwischen Kalbsfleisch und Rindfleisch aus. Dass wir da quasi Kinder essen…naja.
Und…
Rein von den Zahlen her ist also Fleisch und Eier viel tödlicher als Milch. Ein quantitativer Unterschied - lieber Mord als Massenmord. Aber am liebsten weder das eine noch das andere.
Mit diesem Beitrag endet die Serie der USS Vegan. In guter Star Trek Tradition wünsche ich euch ein “Lebt lang und in Frieden” - und wünsche das ebenso den Wesen, die nicht in der Lage sind, es zu lesen, doch fürchte, dass eben wir, die des Lesens mächtig sind, dies verhindern werden.
Anselme










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Am 22. September 2009 um 00:38 Uhr
Vielleicht noch die Ergänzung, dass Tierprodukte, Milch und Käse insbesondere, wesentlich ineffizienter im Vergleich zu vergleichbar nahrhaften pflanzlichen Lebensmitteln abschneiden. Man spricht von Faktoren zwischen 10 und 30 bzgl der landwirtschaftlichen Nutzfläche, sowie Energieverbrauch.
Aus der Ökologischen Perspektive muss man hinzufügen, was in dieser Serie komplett unter den Tisch fiel, dass die Viehwirtschaft in diversen ökologischen Katastrophen eine der Hauptrollen Besetzt. In der menschgemachten Globalen Erwärmung schreibt man ihr ein knappes Fünftel der Emissionen relevanter Gase zu. In Regionen intensiver Viehwirtschaft sind sie Motor von Bodenübersäuerung durch Güllevergiftung (Gülle kann ALS Dünger mit mineralischem Dünger wirtschaftlich nicht konkurrieren) und (illegal) stark erhöhten Stickstoffkonzentrationen im Grundwasser, die zum Umkippen von stehenden Gewüssern führen.
Ferner sind die strukturellen Wandlungen in den Lebensräumen durch extensive Bewirtschaftung (Die in Europa kaum eine Rolle spielt) eine der treibenden Kräfte bei der Biodiversitätserosion.
Ohne hier eine antispeziesistische oder tierrechtlerische Kritik (die ich persönlich vertrete) auch nur anzurühren kann man so mE sehr gut zeigen, dass eine starke Reduktion vom Konsum von Tierprodukten (der sich in den letzten 60 Jahren in Europa etwa verachtfacht hat) existelziell entscheidend für die Lebensgrundlage jüngerer und zukünftiger Generationen sein wird.
Das zu beschließen, noch eine Literaturempfehlung: http://ur1.ca/c3ns
Anschließen mag ich noch eine kurze ethische Ergänzung:
Die meisten menschen begründen die universellen und subjektiven (und unteilbaren, aber das ist für die tierethische Debatte, die sich praktisch auf Artikel 3, also Leben Freiheit und Unversehrtheit, beschränkt, unwichtig) Menschenrechte für ALLE Menschen mit irgendwelchen Eigenschaften, die Menschen angeblich von nichtmenschlichen Tieren auszeichnet. Ich würde an dieser Stelle ansetzen, dass sich alle diese Eigenschaften nur evolutionär herausgebildet haben können und somit auch bei (zumindest den in der Viehwirtschaft und weiten Teilen der Medizin interessanten) nichtmenschlichen Tieren zu finden sind.
Bei der Idee die Menschenrechte auf Tiere auszuweiten wird argumentiert, nichtmenschlichen Tieren fehle der Begriff eines Rechts und der von Zusammenleben.
Auch ohne groß zu hinterfragen ob das stimmt (Ich kenne viele nichtmenschliche Verhaltensweisen, die mich stark veranlassen, die anthrorpomorphe Erklärung heranzuziehen, dass sie einsehen, wenn sie oder andere sich nicht nach ihrem offrnsichtlich vorhandenen Begriff von Zusammenleben verhalten) muss man hier einwerfen, dass es auch Menschen gibt, die einen solchen Begriff nicht haben; Wir alle haben ihn lange nicht gehabt und erst erworben und viele von uns werden ihn vielleicht infolge einer Erkrankung auch wieder verlieren. Hier muss meiner Meinung nach die Ethik (Analog zum Menschen) zwischen denjenigen unterscheiden, die ethisch Handeln, und denjenigen, die ethisch behandelt werden (sollen).
Statt einer Pflicht zur Minimierung von Leid, das sich wegen seiner Natur in vielen Fällen weder quantifizieren noch fair gegeneinander abwiegen lässt, sollte man übergehen zu Voraussatzungen, die Individuen in die Lage versetzen, sich entscheiden zu können, eine Autonomie auszuüben. Anstelle aus Interessen Rechte zu folgern, würde ich aus Voraussetzungen für Interessen (Etwas das ich eine Innere Perspektive auf das Außen nenne und in vielen Fällen sicher noch naturwissenschaftlich näher zu beleuchten wäre, Regan spricht vom Subject of a Life, Balluch vom Bewusstsein) auf Grundrechte Schließen.
Am 22. September 2009 um 08:13 Uhr
Hallo Tom,
Du hast natürlich Recht - Veganismus würde sehr viel zum Klimaschutz beitragen, um es in einem platten Satz zu sagen. In meiner Serie habe ich mich stark auf die moralischen Aspekte beschränkt, weil das für mich die ausschlaggebenden sind, die anderen sozusagen nur nützlicher Nebeneffekt - deswegen danke für deine Ergänzungen.
Anselme
Am 22. September 2009 um 11:11 Uhr
@ Tom: Du hast Recht, Viehzucht schadet teilweise der Umwelt. Da wird Dir wohl jeder zustimmen. Die Lösung ist, dass man vernünftige Regeln aufstellt die Umweltverschmutzung verhindern. Dann sollte es aber die Angelegenheit von jedem selber bleiben, für was er sein Geld ausgibt, ob für Fleisch oder für anderes.
Wenn ich Deinen Kommentar richtig gelesen habe, sind deines Erachtens alle menschlichen Eigenschaften auch in manchen Tieren zu finden? Da hast Du Dich wohl verschrieben… Wenn Tiere uns so nahe stünden, dann wäre es doch bloß ein Katzensprung dass eine der Millionen Tierarten eine Kommunikationsform ausbildet, die an menschliche Sprache heranreicht. Das ist aber nicht der Fall! Zurzeit befinden sich die höchsten Formen der tierischen Kommunikation gerade mal auf dem Niveau des TCP/IP-Protokolls des Internet. Menschen sehen Tier mit menschenähnlichem Aussehen mit ihren Augen, Mündern, Ohren und füllen im Kopf die Lücken aus: Wenn die Tiere diese Eigenschaften haben, dann haben sie wohl auch alle anderen menschlichen Fähigkeiten? Hier schlägt die Mustererkennung des menschlichen Gehirns fehl. Die Idee der Tierrechte beruht auf Denkfehlern und Vorurteilen der Tierrechtler und nicht darauf, was Tiere wirklich sind.
Am 22. September 2009 um 16:39 Uhr
Inwiefern ist die Gleichartigkeit zu Menschen denn eine Voraussetzung dafür, Tiere nicht zu töten?
Am 22. September 2009 um 17:14 Uhr
Wenn du meinst, Sprache sei ausschlaggebend für ein Bewusstsein, musst du mE die Frage beantworten, wie man ethisch mit solchen Menschen zu verfahren hat, die für dieselbe nicht die intellektuellen Vorausstzungen besitzen?(http://de.wikipedia.org/wiki/aphasie) Wenn man Berichte über entsprechende Patienten liest, zweifelt eigentlich niemand ernsthaft an, dass dieselben eine Bewusste eigene Perspektive aus ihre Umgebung haben. Der allgemeine Satz, dass Sprachvermögen nicht voom lieben Gott in Steintafeln gegeben wurde, sondern sich herausgebildet hat, wird dadurch mE auch nicht falsifiziert. Dass da natürlich ein quantitativer Unterschied in eine Quantität umgeschlagen hat, ist natürlich unbestritten. Genau wie bei anderen Eigenschaften, die bei Menschen nicht ausgebildet wurden.
Inwiefern Sprache iene Rolle spielt für ein Bewusstsein kann man trotzdem theoretisch diskutieren. Entscheidend ist dabei natürlich die Definition, die man zugrunde legt. Den Ansatz,
nichtmenschliche Sprache mit Protokollsprachen gleichzusetzen sehe ich unbegründet, das die Kommunikation einfach gestisch oder Akustisch sein muss und nicht typografisch. Manche meinen, die Voraussetzungen für Interessen, von denen ich spreche, setzen natürlich ein primitives Konzept von Sprache voraus. Ich glaube, man kann sagen, dass wenn man etwas will, ist das mE dasselbe, wie dass ich glaube, dass ich etwas brauche, das heißt ich halte den “Satz” -ich brauche X- für wahr und habe also ein Konzept von wahren und falschen Sätzen.
Ich würde vielmehr argumentieren, dass Sprache eine (nur) eine hinreichende Bedingung für Bewusstsein ist. Denn sie ist doch letztenendes nur ein Ausdruck, den man als Kommentar für eine geistige Repräsentation eines Umstandes veräußern kann oder nicht.
Von solchen Hinreichenden Bedingungen meine ich kann man viele weitere anführen. Etwa Konstruktion von Werkzeugen und weitergabe dieses “Wissens”, Altruismus
Hier kann man etwas weiterlesen dazu: http://ur1.ca/c5du
Am 22. September 2009 um 19:59 Uhr
> für was er sein Geld ausgibt, ob
> für Fleisch oder für anderes.
Interessant. Wenn Massenmord ordentlich bezahlt wird, ist er also gerechtfertigt.
Die speziesistische Propaganda versucht immer wieder damit, daß sie nichtmenschlichen Tieren irgendwelche irrelevanten Eigenschaften abspricht, von der notwendigen Berücksichtigung in der bestehenden Ethik auszugrenzen. Wie schon erwähnt wurde: wenn wir die Intelligenz nehmen, hätten alle geistig Behinderten und Kinder unter vier Jahren kein Recht auf Leben und könnten, wie es jetzt mit nichtmenschlichen Tieren geschieht, aus Spaß und Vergnügen umgebracht werden.
Zu Tiermilch ist außerdem zu ergänzen, daß es über 20 Pflanzenmilchsorten als Alternative gibt (http://www.silch.de/pflanzenmilch) und daß inzwischen in den Supermärkten mehr Sorten solcher angeboten wird, als Sorten der Tierausbeutungsprodukte. Wer aus der Bequemlichkeit, sich nicht “umgewöhnen” zu wollen, lieber in Kauf nimmt, daß etliche Tiere mit einem Stahlbolzen im Kopf enden, hat schwere ethische Defizite.
Am 22. September 2009 um 20:18 Uhr
Anderer Tobias: „Wenn die Tiere diese Eigenschaften haben, dann haben sie wohl auch alle anderen menschlichen Fähigkeiten? Hier schlägt die Mustererkennung des menschlichen Gehirns fehl. Die Idee der Tierrechte beruht auf Denkfehlern und Vorurteilen der Tierrechtler und nicht darauf, was Tiere wirklich sind.“
Deine Auffassung von Tierrecht beruht auf einem Denkfehler. Es geht nicht einmal im weitesten Sinne darum, ob und welche anderen Tiere menschliche Fähigkeiten haben. Es geht nicht darum, wer sprechen kann.
Das ist ja gerade der Punkt: Menschen für Tierrechte fordern entgegen der allgemeinen speziesistischen Konditionierung, dass andere Tiere mit ihren Interessen und Bedürfnissen respektiert werden, OBWOHL sie hinsichtlich gewisser Fähigkeiten dem Menschen quantitativ unterlegen sind (obwohl manche Arten uns hinsichtlich anderer Fähigkeiten qualitativ und haushoch überlegen sind).
Am 22. September 2009 um 20:46 Uhr
Speziesisten wie “Anderer Tobias” würden, wenn sie könnten, Sklaven halten - vgl. http://tierrechtsforen.de/rassismusspeziesismus -, weil die “Neger” ihnen farblich unähnlich sind. und Menschenrechtlern Farbenblindheit vorwerfen. Mit sowas muß man nicht diskutieren - höchstens über sie.
PS: Wie wär’s mit “USS Vegan IV honey” - siehe http:/maqi.de/txt/bienenerbrochenes.html (oder auch http://tierrechtsforen.de/pseudos ;-)).
Am 22. September 2009 um 22:53 Uhr
Son Schwachsinn, Achim. Entsprechende Unterstellungen sind doch das Letzte.
Natürlich gibts strukturele und logische Zusammenhänge zwischen den -Ismen, aber von den Ebenen auf die der Haltungen und Handlungen zu schließen, ist absurd.
Am 22. September 2009 um 23:05 Uhr
Hast Du das erwähnte tierrechtsforen.de/rassismusspeziesismus gelesen? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, was verstehst Du daran nicht?
Am 22. September 2009 um 23:18 Uhr
“Speziesisten wie “Anderer Tobias” würden, wenn sie könnten, Sklaven halten - vgl. http://tierrechtsforen.de/rassismusspeziesismus -, weil die “Neger” ihnen farblich unähnlich sind. und Menschenrechtlern Farbenblindheit vorwerfen. Mit sowas muß man nicht diskutieren - höchstens über sie.”
Als Blogbetreiber muss ich hier darauf hinweisen, dass Kommentare nicht von mir gestaltete Inhalte darstellen und somit auch nicht meine Meinung beinhalten. Ferner sind Unterstellungen und Beleidigungen zu unterlassen, Achim. Weitere solche Beiträge werde ich löschen oder zensieren.
Als überzeugter Veganer muss ich das auch kritisieren: Es sind solcherlei Äußerungen, die die vegane Botschaft bremsen, die unserem Streben nach einer veganen Gesellschaft schaden: Mit Menschen, die andere von oben herab behandeln und beleidigen möchte man nichts zu tun haben und ignoriert den Dialog. Deswegen mein Aufruf: Wir sind nicht alle so. Derjenige, welcher frei von Sünde ist, werfe den ersten Stein…aber das ist keiner.
Über ein USS Vegan IV - Honey habe ich wirklich nachgedacht, jedoch wollte ich das Thema nicht ausführlich, sondern kernhaft behandeln. Deswegen weise ich auch nicht in diesem Blog darauf hin, dass tierische Produkte für Saft aus Konzentrat gebraucht wird, für Wein, für Streichhölzer und dass wir uns durchaus mit Schweineknochen die Zähne putzen können. Es geht mehr um den Grundgedanken.
Am 24. September 2009 um 12:38 Uhr
Tom schrieb:
Das habe ich nie gesagt. Du hast behauptet, Tiere und Menschen wären sich sehr nahe. Ich bin anderer Meinung und habe darauf hingewiesen, dass zwei Voraussetzungen für die Ausbildung von menschenähnlichen Sprachen bei Tieren schon erfüllt sind: 1. viele Tiere haben schon Formen der Kommunikation. 2. Es wäre ein (evolutionärer) Vorteil für diese Tiere, eine höhere Kommunikationsform wie die der menschlichen Sprachen zu entwickeln. Trotzdem hat das bisher keine Tierart außer dem Menschen geschafft. Es muss den Tieren also mindestens eine weitere Voraussetzung fehlen. Daraus folgere ich dass sich Tiere und Menschen weit mehr unterscheiden als Du denkst. Dass manche Menschen noch nicht sprechen können ist nicht so wichtig, das wichtige ist, dass das POTENZIAL da ist. Bei Tieren ist das halt nicht so. Würden tatsächlich Tiere richtige Sprachen entwickeln, dann würde das nicht nur etwas über diese Tiere aussagen, sondern auch über ihre verwandten Tiere, da diese dann auch dieses Potenzial hätten.
@ Achim: Woher wissen Sie, welche Hautfarbe ich habe?
Martin schrieb:
Manche Menschen würden das was Du machst, Pflanzen essen, auch als Mord bezeichnen. Bei der Ernte von Getreide und Gemüse kommt schon mal das ein oder andere Kleintier unter den Traktor. Ich zitiere:
(Quelle)
In dem Modell von Davis sterben also 15 Tiere pro Hektar. Veganer sind also “Mörder”. Wenn Dein Essen aus Biolandbau stammt, sterben nochmal mehr, weil diese Form der Produktion i.d.R. niedrigere Erträge hat.
In diesem Blog hier soll es ja eigentlich um Politik gehen, deshalb stelle ich mal die Frage in den Raum: Welche Partei ist denn an der tierrechtlerischen Weltsicht am nähesten dran? In Punkto Tierrechte unterscheiden sich die großen Parteien ja m.E. nicht sonderlich. Aber Menschen sind ja auch Tiere, also inwiefern ist für Tierrechtler dann die Frage der Menschenrechte doch entscheidender für die Wahl, da sich hier die Parteien mehr unterscheiden?
Am 24. September 2009 um 18:46 Uhr
Das Argument, mit dem Potential zieht bei Kindern, aber bei den wenigsten aphasischen Patienten, die diese intellektuelle Fähigkeit, trotz Vorhandensein von intakten Stimmbändern verloren haben.
Und eine Evolution zu normativ als eine Evolution auf etwas hin zu verstehen, ist mE wissenschaftlch nicht haltbar.
Sicher hat es Vorteile eine gut funktionierende Kommunikation zu entwickeln, ist aber für manche Zwecke nicht nötig und verursacht auf der anderen Seite auch enorme “Kosten” (Notwendigkeit langer Ruhezeiten und hohen Energieverbrauch) die in manchen Systemen einfach keinen Vorteil unterm Strich ergeben.
Und dann muss man natürlich auch noch prüfen, wie es denn konkret um die sprachlichen Fähigkeiten nichtmenschicher Tiere steht. Es gibt durchaus anerkannte Erfolge bei Primaten, ihnen Zeichensprache beizubringen.
Und wie ich auch sagte, ist Sprache allenfalls hinreichende Bedingung für Bewusstsein. Ein Stichhaltiges Argument für Notwendigkeit hab ich noch nicht gelesen.
Zu dem Argument, pflazliche Landwirtschaft verursache auch Tod, Leid etc.:
*Dass die Quelle von einem Autor aus der Viehwirtschaft stammt, der seinen berufsstand verteidigt brauch ich die sicher nicht u erklären:
*Es ist kein Argument dagegen, dass X falsch ist, wenn man zeigt, dass Alterativen zu X falsch sind.
*Tötung(sminimierung) ist nicht das Einzige, wenn nicht sogar ein hintergründiges Argument für Veganismus
*Tiere müssen auch ernährt werden und das geht nicht mit Gras. Der Großteil sind Sojaerzeugnisse und Korn, beides Für den Menschen genießbar. In der Haltung von Monogastiern und Geflügel kommt praktisch gar kein Heu/Gras zum Einsatz. Das Leid der gehaltenen Tere selbst addiert sich also zu der pflanzlichen Produktion. Hier grefit auch das Argument der Ineffizienz aus dem ersten Beitrag: Die USA nutzen 80% ihrer ladwirtschaftlichen Fläche für Tierprodukte und vorgelagerten Anbau. Bei nahezu ausgeglichenem In-/Export tragen Tierprodukte nur ein gutes Fünftel zur Energiezufuhr der Menschen bei.
*Auch qualitativ ist das Leid das durch Halung, Zucht, Transport, Schlachtung, Abfuhr von Milch/Eiern, Zwangsschwängerung, Geschlechtseuthanasie etc. mE nicht damit zu vergleichen wenn ein Traktor eine Mausfamilie zu Mus fährt.
*Matheny fasst die Kritik an Davidson mE ganz gut zsammen:
http://jgmatheny.org/matheny%202003.pdf
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Ich würde gaub auch gar nicht einmal Tierhatung generell ausschließen wollen. Voraussetzung dafür wären aber, dass Tiere nicht Mittel zu menschlichen Zwecken sind. Sicher spricht nicts dagegen gelegte Eier und produzierte Milch sich zunutzen zu machen. Jedoch das Umdrehen der Vorzeichen in dieser Beziehung, indem man Tiere extra hält, damit man entsprechende Produkte bekommt, passen mir nicht in die Ethik.
Ich sehe nicht, wie Tierrechte und Veganismus im Parlametarismus vertreten oder gefördert werden könnten. Deshalb halte ich den ökologischen Ansatz, der mE erheblich größeres Konsenspotential hat, für so wichtg. Auch würde ich frage inwiefern wir eine Politik überhaupt haben wollen, die in so sensible Bereiche der eigenen Lebensgestaltung eingreifen darf, überhaupt wollen. Ein entsprechender Wandel kann mE nur aus der Bevölkerung selbst kommen.
Eine “vegane” Stimmoption, würde es durchaus in der Tierschutzpartei (MUT) geben. Hier muss man halt abwägen, wie wichtg das einem ist, da eine tatsächliche Einflussnahme auf den Politischen Alltag, der 5% Hürde sei dank, illusorisch ist. Für mich glaub keine Option. Andere Themen, die man politisch fordern könnte werden, von den etablierten meist eher am Rande beackert. Dennoch gibte es Unterschiede, die bspw in der Diskussion um die Grundgesetzänderung zwecks Einführung einer (Natürlich als Farce zu bewertende) Tierschutzklausel gut zu Tage kamen. Die Forderung etwa nach der Umstrukturierung der EU-Agrarsubventionen findet man durchaus in Sozialdemokratischen, Grünen und Linken Parteiprogrammen. Wobei mir die links von der SPD glaubwürdiger erscheinen. Größter Hemmfaktor ist definitiv die CSU.
Natürlich ärgert es mich, dass Viehwirtschaft so unkritisch und unhinterfragt gefördert wird, jedoch würde ich nicht sagen, dass das einen große Einfluss darauf hat, wie ich politische Entscheidungen treffe.
Am 24. September 2009 um 22:50 Uhr
Tom schrieb:
Meinst Du vielleicht Koko den Gorilla? Der kann nicht wirklich eine Zeichensprache (Link mit mehr Infos), der macht einfach ein paar Bewegungen nach und für verblendete Menschen ist das dann “sprechen”. Hier gibt’s ein “Interview” mit Koko. Dieses Interview sagt sehr wenig über Affen aus aber es zeigt wieder mal das Ausmaß menschlicher Selbsttäuschung. In sinnlose Bewegungen des Affen, die Affen halt so machen, wird gnadenlos eine Bedeutung hineininterpretiert.
Am 25. September 2009 um 08:08 Uhr
>>Eine “vegane” Stimmoption, würde es durchaus in der Tierschutzpartei (MUT) geben. <>Ich würde glaub auch gar nicht einmal [Sklavenhaltung] generell ausschließen wollen. Voraussetzung dafür wären aber, dass [Sklaven] nicht Mittel zu menschlichen Zwecken sind. Sicher spricht nichts dagegen produzierte Milch sich zunutze zu machen.<< So klarer, warum das nicht akzeptabel ist?
Am 25. September 2009 um 08:11 Uhr
Ah ja, die Softwar hat offenbar ein Problem mit Größer- und Kleinerzeichen … also nochmal:
»Eine “vegane” Stimmoption, würde es durchaus in der Tierschutzpartei (MUT) geben.« - Äh, nein, siehe http://tierrechtspartei.de/tierschutzpartei
»Ich würde glaub auch gar nicht einmal [Sklavinnenhaltung] generell ausschließen wollen. Voraussetzung dafür wären aber, dass [Sklavinnen] nicht Mittel zu menschlichen Zwecken sind. Sicher spricht nichts dagegen produzierte Milch sich zunutze zu machen.«
So klarer, warum das nicht akzeptabel ist?