Wahltrilemma: Inhalt, Taktik, Konsequenz

21. September 2009 um 22:48 Uhr von Anselme

So. Der Montag vor der Wahl, ich schaffe es, mich inhaltlich zu positionieren.

Grün bin ich fast durch und durch.

Rosa bin ich zu nicht unerheblichem Teil.

Rot bin ich einigermaßen - tendenziell mehr als schwarz.

Gelb ist gestrichen.

Schwarz bin ich nur so lala.

Piratig bin ich so gar nicht. Die FDP wähle ich aus inhaltlichen Gründen nicht. Die Linke wähle ich aus personellen Gründen nicht - in 20 Jahren, wenn die Ex-SEDler Geschichte sind, denke ich darüber nochmal nach.

Würde ich die CDU wählen, würde ich damit potentiell Schwarz-Gelb unterstützen: Das möchte ich nicht. Die wahrscheinlichste Möglichkeit, Schwarz-Gelb zu verhindern, ist, die SPD zu wählen und auf eine große Koalition zu hoffen. Grün wählen und zu hoffen, es käme zu Schwarz-grün ist eher unwahrscheinlich, hat aber zumindest Potential.

Warum also Schwarz wählen? In meinen Szenarien kommt Schwarz immer vor. Rot-Rot-Grün sehe ich ebensowenig wie Rot-Gelb-Grün. Aus taktischer Sicht ist die CDU somit nicht wählbar.
Also fällt die Entscheidung zwischen SPD und Grünen? Eine Kreisdrehung: Lande ich dort, wo ich angefangen habe?

Eigentlich nicht verkehrt. Mit Erststimme SPD, den Direktkandidaten Carsten Schneider kenne ich halbwegs persönlich, mit Zweitstimme Grün, da könnte ich mich ja mit anfreunden.

Doch dann kommt mir folgendes in den Sinn:

Schwarz-Gelb wird kommen. Ob jetzt oder in vier oder in acht Jahren: Ich bin überzeugt davon, dass sich die Regierenden immer weniger beliebt machen und es so immer wieder zu Wechseln kommt. Und ich frage mich, ob Schwarz-Gelb JETZT unter einer relativ mittigen Angela Merkel nicht besser wäre, als in vier Jahren unter - ja, wem eigentlich - Guttenberg?

Ist das unethisch, so zu denken?

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