War - What Is It Good For?

11. September 2009 um 08:25 Uhr von Tobias

Krieg in Afghanistan, Krieg in der Welt. Kann man ernsthaft dafür sein? Kann man sich auf einer Plattform wie wechsel-waehler.de wirklich mit gutem Gewissen für Krieg aussprechen? Ich denke nicht.

Der Einsatz der Verteidigungsarmee Bundeswehr im Ausland ist ein Thema, das man abfüllend diskutieren könnte. Dieser Erkenntniskette Argumentationskette komme ich dabei immer sehr nahe:

Ausgangsfeststellung: Krieg = das töten von Menschen und die Zerstörung von Infrastruktur zur Gewinnung eines strategischen Vorteils, zur Schaffung von Frieden (wtf)

Schlussfolgerung: Töten von Menschen = böse. Die Gründe für den Afghanistan Einsatz, naja, fragwürdig, aber schwer zu bewerten, mittlerweile unerheblich, da Rückkehr zum Ausgangszustand nicht möglich.

Problematisierung: Deutschland schon lange in Afghanistan involviert,  ursprünglich als Aufbauprojekte deklariert, mittlerweile auch Präventivangriffe möglich (notwendig?)

Conclusio: Ja, wenn Deutschland denn schon so lange dort engagiert ist, dann sollen sie es auch wenigstens zu Ende bringen. Resignierend. Und beim nächsten Mal machen wir alles besser.

Was für die Region ein gutes Ende wäre, kann ich nicht beantworten. Und, wie es beim nächsten Mal besser werden kann / sollte, auch nicht.

Aber: “Ihr Grünen…”, durch den Raum dieser Stammtischszene rufend, “…Ihr kommt mir schon recht nahe!

“Militär kann so bestenfalls Friedensprozesse unterstützen und Zeitfenster für die Krisenbewältigung schaffen, nicht aber den Frieden selbst.”

Beschluss: 28. Ordentliche Bundesdelegiertenkonferenz, Erfurt, 14.-16. November 2008

“Frieden bewegen – Grüne Friedens- und Sicherheitspolitik”

P.S.: Schröder hat mich damals mit Irak übrigens bekommen

Post to Twitter Tweet This

6 Reaktionen zu “War - What Is It Good For?”

  1. Eberhard

    Servus Tobi,
    erstmal schöner Beitrag! Aber ich find dass du den Afgahnistaneinsatz zu abgekapselst betrachtest, klar ist Krieg für sich genommen immer scheiße, weil Leute getötet werden,verletzt werden etc. wie d usehr richtig gesagt hast.
    Aber ich finde die eigentliche Frage ist nicht ob Krieg gut/böse ist, sondern ob er schlimmer ist als das dann kommen würde, ein Terrorregime der Taliban. Also Krieg oder Terror? Dazu kann ich nur sagen, die Bundeswehr sürengt keine Mädchenschulen mit Kindern drin, die Bundeswehr erschießt nicht einfach Frauen auf der Straße weil ihnen die Klamotten nicht passen.

    Und dass man ohne Militär zivilen Aufbau betreiben kann ist utopisch, ich hab gester ne Reportage beim heute journal gesehn, der Wideraufbau stockt weil die Entwicklungshelfer Angst haben von den Taliban ermordet zu werden. Deshalb sind die meisten abgereist. Also braucht man eerstmal Sicherheit bevor man auf den Aufbau denken kann. Wie schafft man die? Bestimmt nicht indem man Friedenspfeife raucht, sondern durch Soldaten. Ergo wollen wir afgahnistan aufbauen müssen wir solange dableiben bis die Afgahnen selbst für sicherheit sorgen können, und das kann noch dauern

  2. Tom

    @Tobias: Wengistens einer der etwas reflektiert.

    @Eberhard: Wenn du so auf Krieg aus bist (5x mehr Truppen) dann melde dich doch freiwillig für Afghanistan - ansonsten klopfe nicht so auf den Busch. Du scheinst nicht begriffen zu haben was Krieg ausmacht - lese Literatur dazu. Es gibt genug davon. Für dich scheinen die Opfer des Krieges einfache Zahlen zu sein und keine Schicksale - ansonsten würdest du nicht so leichtfertig mit Truppenaufstockung hantieren als ob es sich um ein Schachbrett handelte. Außerdem scheinst du ein Opfer falscher Vorstellungen geworden zu sein. Die Frauen in Afghanistan werden dort immer noch unterdrückt - weil es dort die Kultur ist - und Kulturen ändern sich langsam und nicht schon gar nicht durch Krieg. Überhaupt finde ich deinen Fokus auf Frauenrechte zur Rechtfertigung von Kriegen befremdlich - gemessen an diesem Maßstab müsste man in eine Vielzahl von Ländern intervenieren. Ich sehe dies als einen vorgeschobenen Grund hinter dem Kriegslüsternheit steckt - aber vielleicht willst du einfach nur mit diesen haltlosen (5x mehr) Aussagen provozieren.

  3. Tobias

    …etwas?

  4. Eberhard

    Sicher ist die Aussage Teilweise zum Provozieren da. Aber es wundert mich dass du nur das Beispiel der Frauenrechte gebracht hast, nicht dass von den Leuten die umgebracht werden weil sie wählen gehen wollen, oder die nicht Koranschulen die von den Taliban in die Luft gejagt werden. Es geht um Menschenrechte, das Recht sein Leben frei gestalten zu können, nach seinen Vorstellungen. Ich finde Freiheit wenn man sagt “es ist ihre Kultur” frei zu sein, dann soll man sie wenigstens selbst entscheiden lassen was ihre Kultur sein soll, und das geht halt nur mit Demokratie. Und die kann zur Zeit in Afgahnistan(genau wie der zivile Aufbau) nur mit Soldaten exostieren.
    Weißt du du redest von Opfern des Krieges, die sind sicher schrecklich und alles, aber du sagst kein Wort über die Opfer der Taliban, wir haben nicht die Wahl zwischen “Kreig und böse und leute sterben” und “Friede und alles gut und allen geht es gut” soder wie ichs vormuliert hab, Krieg oder Terror, Pest oder Cholera aber mit abstufungen und da bin ich utilitarist und sag nehmen wir das kleinere Übel. Auch wenn es für uns das größere ist.

  5. Eberhard

    kriegslüstern ist n geiler vergleich bei den Beispielen, bei denen ich für einen Kreigseinsatz war: Ruanda und Kambotscha. Die Millionen in den Massengräbern können sich freuen dass es nicht genug Kreiglüsterne bei uns gab so dass anderer Mordlust voll auslebt werden konnte. Wir hängen bunte Friedensfahnen auf und wo anderst können als Konsequenz ungestört hundertausende Frauen, Männer und Kinder massakriert werden, gut dass man die Leute die das verhindern wollte noch als kriegslüsterne Kreigstreiber hingestellt hat. So weiß sind die Tauben auch nicht mehr auf den Fahnen.

  6. Basti

    Es ist immer dasselbe Argument, das vollkommen ausreicht, um alles von dir geschriebene zu entkräften:

    Egal wo die (ehemals als VERTEIDIGUNGSBÜNDNIS gedachte) NATO aktiv wurde, ist das Leid nur noch größer geworden. Wir versuchen (zumindest offiziell) für weniger Gewalt zu sorgen und zwar durch - Gewalt.

    “Krieg = das töten von Menschen und die Zerstörung von Infrastruktur zur Gewinnung eines strategischen Vorteils, zur Schaffung von Frieden”

    Lass den letzten Teil nach dem Komma weg und das passt! Es gab in der Geschichte noch keinen Krieg, der einfach nur deshalb geführt wurde, weil man irgendjemand anders helfen wollte. IMMER haben sich die Kriegführenden einen strategischen Vorteil erhofft - und sei es nur der Gewinn eines neuen Verbündeten.
    Krieg zur Gewinnung von Frieden widerspricht sich doch total!

Einen Kommentar schreiben

Trage dich für Kommentare zu diesem Beitrag ein

Zurück zur Startseite


Powered by Wordpress | Login