Wechselwähler Tobias wird überzeugt - Heute: Die Linke vs. FDP
20. August 2009 um 14:52 Uhr von TobiasHalb neun Uhr morgens in Deutschland, Berlin Mitte, Kaffee “To Go”, Sonnenschein, Klischeedenken. Wie dem auch sei.
Das Gespräch mit Katja Kipping am Sonntag war nicht wirklich überzeugend. Sie war nett, eloquent und sympathisch in ihrer Art, aber argumentativ für mich einfach zu sehr auf einer Utopieebene. Eine schöne Utopie wohlgemerkt. Sozial romantisch und weit weg. Ich war gerade aus meinem Urlaub wieder gekommen, etwas durch und durcheinander, da hat das ganz gut gepasst. Aber überzeugt hat es nicht.
Die Suche nach politischer Identität und Motivation geht also weiter und heute gab es als Kontrastprogramm auf dem Weg zur Arbeit eine liberale Dosis:
Und dann war da noch diese Begegnung in der U-Bahn:
Eine Frau, so um die 45 Jahre alt, die sich in der S-Bahn mit einer älteren Dame unterhielt. Die Frau war Schuhverkäuferin und seit einem Jahr arbeitslos. Sie berichtete von einer Fortbildungsmaßnahme, „Man hat Spaß, aber keine Hoffnung“ und lächelte trotzdem dabei. Wtf., sie tat mir so leid in diesem Moment. Und irgendwie ist es beinahe schon normal in Berlin. Normal traurig. Ich weiß nicht, ob es heute noch Arbeit für jeden gibt oder ob wir nicht mittlerweile in einer Gesellschaft leben, in der nicht mehr jeder Arbeiten kann muss. Aber vielleicht brauchen wir einfach eine Partei, die genau diesen Leuten eine Stimme gibt.
Wtf., vielleicht bin auch ein wenig sozialromantisch.










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Am 22. August 2009 um 00:37 Uhr
Was du hier ansprichst beschäftigt mich schon lange. Es gibt heutzutage einfach sehr viele Menschen, die sehr gerne arbeiten würden, selbst wenn sie nur unwesentlich mehr Geld zur Verfügung haben, als wenn sie Sozialleistungen vom Staat erhalten.
Ein gutes Besipiel ist der Vater eines guten Freundes von mir. Über fünfzig Jahre als und er war sein Leben lang ein guter Mitarbeiter eines Betriebes. Dann kam die Entlassung. Der gute Mann engagiert sich mittlerwiele ehrenamtlich für ADS-Erkrankte (2 seiner 3 Kinder haben ADS). Dabei verdient er absolut nicht. Er sagte mir einmal, dass er sich ohne Tätigkeit so sinnlos gefühlt habe, dass er nach unzähligen Bewerbungen und Absagen dieses Ehrenamt ergriffen hat. Nich etwa, weil er dadurch finanziell besser gestellt wäre, sonder einfach nur, um sich nicht so sinnlos zu fühlen.
Das macht mich sehr traurig.
Aber noch trauriger macht mich, dass unsere Gesellschaft ihn vermutlich größtensteils als faul, unengagiert etc bezeichnen würden. Viele würden evtl sogar behaupten, er bekäme keine Arbeit, weil er sich nicht richtig bemühe.
Diesen Menschen wünsche ich von ganzem Herzen ein ähnliches Schicksal!
Ein Mensch hat das Besteben, etwas nützliches zu tun, zur Gesellschaft beizutragen. Ihm ist es in diesem Fall soga egal, ob er dafür Geld bekommt.
Am 3. September 2009 um 10:28 Uhr
entschuldige mal, aber wir reden hier von leiden auf hohem niveau! wer wirklich arbeiten will, findet auch arbeit!!
Am 24. September 2009 um 00:46 Uhr
…klar, die 4-5 Millionen haben alle keinen Bock. Nein im Ernst, die Frage ist ehr, ob in einem Land der Wissenschaft/Hochtechnologien überhaupt noch Arbeit für jedes Qualifikationsprofil gibt?
Am 24. September 2009 um 10:45 Uhr
Die Arbeitsagentur ist aber auch nicht gut darin, den Leuten einen anständigen Job zu besorgen. M.E. sogar sehr schlecht. An Stelle der Schuhverkäuferin würde ich die Hoffnung nicht aufgeben und mich nach kompetenteren Arbeitsvermittlern umschauen.