Freitagsfrage: Raus aus Afghanistan?
10. September 2009 um 21:36 Uhr von EwaWir befinden uns in einem Krieg. Geographisch betrachtet ist der Kampf um Afghanistan ziemlich weit weg. Die Regierung hat sich mit ihrer Informationspolitik in den letzten Jahren, ganz vorsichtig ausgedrückt, sehr zurückhaltend gezeigt und damit ihr Übriges getan, Afghanistan weit weg erscheinen zu lassen. Ich habe auch nicht den von Paul zitierten Onkel in Kabul oder einen guten Freund, der zur Zeit für die Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz ist. Afghanistan war weit weg -bis Freitag. Seitdem ist Afghanistan wieder im medialen Bewusstsein angekommen und es hat auch die lang überfällige Regierungserklärung gegeben. Nur, dass 3 Wochen vor der Bundestagswahl ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für eine sachliche Debatte über einen Rückzugstermin ist. Umso erstaunlicher finde ich die -zumindest in Grundsatzfragen- demonstrierte Geschlossenheit mit der die CDU, SPD und auch die FDP die Linie in Afghanistan verfolgen. Und ich finde sie richtig und auch wichtig.
Keine der drei genannten Parteien möchte ein „kopfloses Hinausstolpern“ (Steinmeier), weshalb der Zeithorizont auch nicht unterhalb von fünf Jahren angegeben wird. Die Vorstellung, dass die Bundeswehr noch weitere 5 Jahre in Afghanistan sein wird, führt bei mir zu einem gewissen Unbehagen, aber stärker als dieses Unbehagen ist, ist die Meinung, die ich mit Anselme, Paul und Christine teile: wenn wir schon am Hindukusch sind, sollten wir uns auch nicht der dortigen Verantwortung entziehen.
Oder um die Bundeskanzlerin zu zitieren: »Die Folgen von Nichthandeln werden uns genauso zugerechnet wie die Folgen des Handelns.«
So tragisch der Zwischenfall mit den Tanklastern am Freitag war, habe ich doch die leise Hoffnung, dass die in dem Zusammenhang anfallende Aufklärung zu einem ehrlicheren Umgang mit dem Thema führt und dass es einen Impuls ausgesendet hat um klare Zielvorgaben und auch zeitliche Grenzen für den Bundeswehreinsatz festzustecken.










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